von Ulrich Tröster (WAZ)  

In der Dreiband-Bundesliga freut sich der BSV Velbert auf zwei Heimspiele am Wochenende mit internationaler Top-Besetzung

In der Billard-Bundesliga fängt das neue Jahr mit dem Ende an. Denn in der Königsklasse, der ersten Dreiband-Liga wird die Hinrunde erst am ersten Januar-Wochenende beendet. Dabei steht für den BSV Velbert ein attraktiver Doppel-Spieltag auf dem Plan – zwei Heimpartien am Stück: Am Samstag (14 Uhr) gastiert der Tabellendritte 1. BC Magdburg im BSV-Heim, am Sonntag (11 Uhr) gibt sich der BC International aus Berlin die Ehre am Buschberg.   Für die heimischen Freunde der gehobenen Queue-Kunst bedeutet das: Nationales Spitzen-Billard, veredelt durch absolute Weltklasse-Spieler. Denn sowohl der Gastgeber BSV, als auch die Gäste haben internationale Top-Leute im Aufgebot. „Wir können und werden unsere Asse auch in beiden Spielen bringen“, verspricht der Velberter Vorsitzende Werner Klingberg.  

Saison ist hervorragend angelaufen

Als Saisonziel hatte er nach dem geglückten Wiederaufstieg in die Bundesliga vor einem Dreivierteljahr den Klassenerhalt ausgerufen. Inzwischen ist die Saison aber so gut angelaufen, dass sich die Velberter etwas mehr zutrauen. Derzeit stehen sie auf Tabellenplatz vier mit nur einem Zähler Rückstand auf Rang drei und bestreiten nun sie zwei Heimspiele, eines gegen den Tabellendritten – das verlockt zum Angriff auf die Spitze.   So weit will Klingberg zwar nicht gehen, bekräftigt aber: „Wir versuchen, unsere jetzige starke Position zu verteidigen. Daheim möchten wir gewinnen. Vor allem im zweiten Spiel rechnen wir uns einiges aus.“   Sollte am Ende der Spielzeit tatsächlich Platz drei oder vier heraus springen, dann wäre das ein großartiger Erfolg für den BSV — der allerdings besonders am Samstag hart gefordert wird: Der 1. BC Magdeburg ist erstklassig besetzt, zwei internationale Asse ragen heraus. Zum einen Dion Nelin,Weltmeister mit dem dänischen Nationalteam,der in dieser Saison bei fünf Bundesliga-Einsätzen fünf Siege holte, zum anderen der aktuelle niederländische Dreiband-Weltmeister Dick Jaspers.   Die Magdeburger haben schon angekündigt, Jaspers in Velbert einzusetzen. Hier könnte es dann zum weltmeisterlichen Duell mit Eddy Merckx kommen. Die Velberter lassen sich nämlich an ihrem heimischen Doppelspieltag nicht lumpen.   Ihr belgischer Top-Spieler Eddy Merckx wird an beiden Tagen zum Queue greifen, zudem sind auch beide niederländischen Asse am Start: Jean-Paul de Bruijn und Barry van Beers.   Der eine soll am ersten Tag spielen, der andere am zweiten. In dieser Partie am Sonntag ab 11 Uhr gegen den BC International Berlin werden die Velberter womöglich ein Wiedersehen mit Martin Horn feiern – der frühere Velberter Bundesliga-Spieler ist derzeit die Nummer eins des Hauptstadtvereins.   Horn ist mehrfacher Weltmeister und Europameister und war Europa-Cupsieger mit dem Essener Horster Eck. Mit den Berlinern muss er derzeit aber um den Klassenerhalt kämpfen. Der BC International rangiert derzeit an Position neun, das ist der erste Abstiegsplatz in der Dreiband-Bundesliga. Derzeit der beste Dreiband-Spieler des Planeten: Der niederländische Weltmeister Dick Jaspers kommt mit dem 1. BC Magdeburg nach Velbert.

Erfolgreicher Jahresabschluss für das Velberter Bundesliga-Team: Nach einem unglücklich knappen 4 : 4 gegen Witten – Torsten Anders verlor seine Partie um nur einen Ball – hatte Fortuna am Sonntag gegen Bottrop ein Einsehen: Die heimische Mannschaft gewann 3 : 5 und sicherte sich so aufgrund der neuen 3-Punkte-Regelung insgesamt vier Punkte am Wochenende sowie Platz 4 in der Tabelle.

"Wir haben taktisch richtig aufgestellt", freute sich BSV-Präsident Werner Klingberg in seinem Ferienhaus auf Föhr, als er die Ergebnisse seines Teams aufs Handy bekam, "da, wo wir gewinnen können, müssen wir stark auftreten, so sichern wir uns den Klassenerhalt."

Am Samstag hatte es anfangs gar nicht so gut ausgesehen. Volker Simanowski, der in letzter Zeit kaum zum trainieren gekommen war, verlor in Witten relativ deutlich mit 40 : 28 in 45 Aufnahmen gegen Murat Gökmen, während sich am Nebentisch sein Mannschaftskollege Torsten Anders gegen Volker Baten abmühte. Am Schluss fehlte dem glücklosen Velberter ein Ball zum Remis, er machte im Nachstoß nur einen Punkt und verlor 40 : 39 in 36.

Aber die beiden starken Holländer Jean-Paul de Bruijn und Barry van Beers zeigten dem Gegner in der zweiten Hälfte, wo der Hammer hängt: de Bruijn überrannte den Belgier Eddy Leppens mit 23 : 40 in 16, was einen Weltklasse-GD von 2,500 bedeutete, und auch van Beers hielt sich nicht zurück und siegte gegen Ronny Lindemann 36 : 40 in 26. Die vier Kontrahenten kennen sich von unzähligen Begegnungen auf internationalem Parkett – diesmal ging es klar für die beiden großen  "B" aus dem Nachbarland aus und Velbert freute sich über einen Punkt zum Mitnehmen.

Am Sonntag in Bottrop hatte Anders das Glück auf seiner Seite und gewann – nach durchgehendem Rückstand – gegen den jungen Tobias Bourdieck seine Partie 40 : 39. Leu hatte sein Match gegen den starken Ronny Brants bereits 40 : 25 in 26 verloren, jetzt kam es wieder auf die Ausländer an:

De Bruijn lieferte  gegen Christian Rudolph mit 40 : 18 in 18 (GD 2,222) eine weitere Spitzen-Leistung ab und der eigens eingeflogene Türke Ismail Yasin widersetzte sich dem Routinier Francis Forton mit Macht, hielt die Partie stets ausgeglichen und sicherte mit einem 40 : 40 in 32 den entscheidenden Punkt. Riesiger Jubel in den Velberter Reihen!

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Eddy Merckx, der Spitzenspieler des Velberter Teams, kämpfte zeitgleich in Bordeaux noch beim  Ceulemans Continental Cup Europa gegen Asien. Das Team aus Korea und Vietnam hatte keine Chance gegen die starken Europäer, die den dreitägigen Billard-Marathon klar 600 zu 483 für sich entscheiden konnten: GD 1,83 zu 1,47.

Der Pott bleibt erstmal in Europa, die Mannschaft jubelt - und irgendwo dazwischen ist auch unser Eddy.

Unter den je acht Spielern aus beiden Erdteilen war Eddy Merckx der beste: GD 2,35 und alle Partien gewonnen.

Unser Top-Spieler Eddy Merckx hat seine Erfolgsserie 2018 im November um zwei weitere Turniersiege erweitert: Zuerst entschied er den Weltcup in Seoul, Korea, im Finale gegen Filippos Kasidokostas für sich, dann gewann er am Sonntag in der Schweiz das Lausanne Billard Masters mit einem Sieg gegen Murat Naci Coklu. Den dritten Platz teilten sich Dani Sanchez und Weltmeister Dick Jaspers (Foto).

Doch für Eddy ist das (Arbeits)Jahr noch nicht herum: Der letzte Weltcup des Jahres findet vom 2. bis 8. Dezember in Hurghada, Ägypten, statt, wo sich noch einmal die gesamte Weltelite trifft. Das dicht gedrängte Jahresend-Programm ist auch der Grund, warum Eddy für seine nächsten Einsätze für Velbert erst am 5. und 6. Januar (zu Hause gegen Magdeburg und Berlin) zur Verfügung stehen kann.

Den Jahresabschluss bildet der erstmals ausgespielte Ceulemans Continental Cup vom 14. bis 16, Dezember in Bordeaux. Hier treten die jeweils acht besten Dreiband-Spieler aus Europa und Asien als Mannschaften gegeneinander an. Das Preisgeld beträgt stolze 160.000 Euro, 15.000 Euro für jeden Spieler der Siegermannschaft, 5.000 Euro für jeden aus der Verlierertruppe.

Und dann ist endlich Weihnachten, auch für Eddy...

Es hätte auch andersherum ausgehen können: Beim Auswärtsspiel des BSV Velbert gegen den Tabellenletzten ABC Merklinde war zwar ein Sieg fest eingeplant – schließlich war mit Eddy Merckx, Jean Paul de Bruijn, Volker Simanowski und Torsten Anders die stärkste Mannschaft am Start –, aber zwischendurch wurde es ganz schön eng. "Wir wissen schon, warum wir gegen vermeintlich schwache Gegner besonders stark aufstellen, in der 1. Bundesliga gibt es keine leichten Spiele mehr", so BSV-Vorsitzender Werner Klingberg. "Und ein Sieg hier ist ebenso viel wert wie drei mühsam erkämpfte Unentschieden."

In der ersten Runde hatten Volker Simanowski und Torsten Anders ziemlich zu tun, bis sie ihre Gegner mit jeweils 40 Punkten in 43 Aufnahmen (0,93 GD) niedergerungen hatten. An Brett 4 setzte sich der Kunststoß-Experte Jan Osterloh gegen Anders kräftig zur Wehr, aber der Velberter behielt die Ruhe und die Oberhand. Die Partie von Simanowski stand nach einem furiosen Start des Gegners Uwe Klein und einigen Fehlaufnahmen des Velberters sogar zeitweise auf der Kippe. Doch dann waren die ersten vier Punkte eingefahren und die mitgereisten Vorstände Ravasi und Klingberg konnten ein wenig durchatmen.

Die zweite Hälfte, Jens Eggers gegen de Bruijn und Markus Dömer gegen Merckx, sollte danach eigentlich eine eindeutige Angelegenheit sein – dachten alle. Doch der Ex-Velberter Eggers spielte eine starke Partie gegen den Holländer, war immer wieder gleichauf oder knapp vorn und nur der Routine des mehrmaligen Einband-Weltmeisters de Bruijn und einigen grandiosen Bällen mit langem Szenenapplaus ist es zu verdanken, dass dieser schließlich mit 40 zu 32 in 25 gewann.

Parallel dazu hatte sich am Nebentisch Markus Dömer vorgenommen, den zweimaligen Weltmeister Merckx zu überrollen. Er begann mit einer 10er Serie, führte zur Pause 22 : 7 und schließlich 39 : 22. Doch dann brachte der Belgier seine gesamte Routine ins Spiel, brauchte vier Aufnahmen für die letzten 18 Bälle (ohne seinem Gegner dabei nur irgendeine machbare Position abzustellen) und gewann 39 : 40 in 23 Aufnahmen. Dömer nahm es sportlich und zollte Merckx Anerkennung und Respekt: "Da merkt man eben die Erfahrung..."

Mit diesen in Merklinde gewonnenen überaus wichtigen drei Punkten kommt Velbert auf insgesamt acht Punkte aus fünf Spielen und war kurzzeitig sogar Tabellenführer – vor Magdeburg sowie Bottrop und Witten, die nächsten Gegner am kommenden Auswärts-Wochenende am 15./16. Dezember. Ein historischer Moment für den BSV Velbert – der leider nur wenige Minuten anhielt, bis Magdeburg und München ihre Siege meldeten und sich wieder vor Velbert platzierten.

Aber für alle, die es sich ausdrucken und einrahmen wollen – hier die Tabelle vom Samstagnachmittag:

Am Samstagnachmittag gegen 17.15 Uhr schob sich der BSV Velbert an die Tabellenspitze der 1. Bundesliga

Die schweren Erkrankungen zweier Leistungsträger des Vereins haben uns im Frühjahr tief betroffen gemacht: Geschäftsführer Horst-Günter Lax erlitt einen schweren Schlaganfall, beim Bundesliga-Spieler Henk Habraken wurde Lungenkrebs diagnostiziert.

Inzwischen geht es den beiden den Umständen entsprechend gut, wovon sich der Vorstand in der vergangenen Woche durch Besuche überzeugen konnte.

HG Lax erholt sich zusehends : Mit der flüssigen Sprache und dem Laufen hapert es zwar noch etwas, aber er lässt sich nicht unterkriegen, trainiert fleissig mit Physiotherapeuten und Logopäden und bleibt zuversichtlich, irgendwann wieder zum Queue greifen zu können. Seine Frau Beate, die ihn zuhause liebevoll umsorgt (und daneben weiter für den Verein aktiv ist), sagt: "Das ist sein größter Wunsch, sich wieder ganz normal zu unterhalten und Billard zu spielen."

Henk Habraken, der am 18. Oktober seinen 69. Geburtstag feiert, hat sogar schon wieder die ersten Stöße auf dem eigenen Tisch unter dem Dach in Holland gemacht – an der Ausdauer fehlt es allerdings noch ein wenig. Die atemberaubend teure Immun-Therapie, die ihm die Ärzte angedeihen lassen – dafür bekamen Wissenschaftler jetzt den Medizin-Nobelpreis –, scheint anzuschlagen, er ist längst nicht mehr so kraftlos wie noch vor einigen Wochen, er unternimmt wieder kleine Spaziergänge oder Touren mit dem E-Bike.

"Er hat mich sogar schon zum Billard mit meiner Mannschaft begleitet", sagt seine Lebensgefährtin Bernadette. Wenn es weiter bergauf geht, will Henk demnächst auch mal ein Heimspiel seines Bundesliga-Teams in Velbert besuchen, dessen Aktivitäten er genau verfolgt. Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Henk! Wir würden uns sehr freuen, Euch beide mal wieder im Clubheim zu sehen und wünschen Euch weiterhin gute Besserung.

Am kommenden Wochenende (29./30. 9.) empfängt das Velberter Bundesliga-Team die Mannschaften aus Stuttgart und München. Am Samstag um 14 Uhr treten die Velberter mit den deutschen Spielern Stefan Dirks, Torsten Anders und Philipp Leu sowie dem neuen türkischen Star Ismail Yasin (Foto) an Brett 1 gegen die favorisierten Stuttgarter an. Die Mannschaft aus Schwaben, in der vergangenen Sasison glatt von der 2. in die 1. Liga aufgestiegen, haben ebenfalls Verstärkung aus Erdogans Reich, unter anderem sind die Weltklasse-Spieler Tayfun Tasdemir, Murat Coklu, Birol Uymaz und Can Capak gemeldet, zudem Torsten Frings und der Grieche Filipos Kasidikostas.

Damit ist das Team eindeutiger Kandidat für den Titelgewinn 2018/19 - wenn in stärkster Besetzung gespielt wird. "In dem Fall haben wir auch am Samstag keine großen Chancen," sagt Velberts Vorsitzender Werner Klingberg, "aber schaun wir mal, wie sie antreten."

Leichter sollte es für Velbert am Sonntag ab 11 Uhr werden: Mit Top-Besetzung, also Eddy Merckx, Jean-Paul de Bruin, Stefan Dirks und Torsten Anders, ist der erste Sieg möglich.

Die Bayern kommen voraussichtlich mit ihrem besten Spieler Konstantinos Papakonstantinou sowie Johann Schirmbrand; Christos Christodoulidis und zwei weitere Griechen sind ebenfalls im Kader.

"Wichtig ist, das unsere Fans die Mannschaft zahlreich unterstützen, dann ist alles möglich," so Kingberg, "Gäste sind natürlich herzlich willkommen."

Eddy Merckx ist nicht zu stoppen: Beim Kimchi-Superprestige-Turnier im belgischen Lommel schaltete er in der Schlussrunde zunächst Frederic Caudron und danach im Halbfinale Roland Forthomme aus. Er gewann damit das dritte von den vier großen zurückliegenden Turnieren. Auf der UMB-Website heißt es "The Summer of Eddy Merckx".

Eddy spielte über das gesamte Turnier mit 1,627 den drittbesten GD  - vor ihm Leppens mit 1,741 und Caudron mit 2,08 - und mit 15 Bällen die beste Höchstserie.

Als nächstes gehts wieder nach Korea, wo vom 4. bis 7. September ein mit 16 Spielern top besetztes, hoch dotiertes Einladungsturnier stattfindet, das vom Elektronikhersteller LG gesponsert wird, danach wartet Anfang Oktober die Weltmeisterschaft in Kairo.

Am Ende reichte es nicht mehr für einen weiteren Sieg: Nach einigen hervorragenden und einigen nur knapp gewonnenen Partien unterlag Eddy Merckx im Finale des McCreery-Turniers auf Long Island seinem Landsmann und Weltmeister Frederic Caudron 35:50.

Trotzdem kann Eddy zufrieden sein: von den letzten drei großen Turnieren hat er zwei gewonnen und wurde einmal Zweiter, mit insgesamt rund 140.000 Euro Preisgeldern - die beste Performance, die ein Billardspieler je gezeigt hat.

Für Velbert wird Merckx in der nächsten Saison etwa sieben bis acht Spiele machen können, teilte er unmittelbar nach dem Heimflug in einer Mail an BSV-Chef Werner Klingberg mit. "Bei den zahlreichen internationalen Verpflichtungen ist das eine ganze Menge", freute sich Klingberg.

Das Endklassement beim McCreery

1. Frédéric Caudron 18-1.980-18 2. Eddy Merckx 16-1.721-19 3. Dick Jaspers 16-1.868-16 4. Semih Sayginer 16-1.717-13 5. Marco Zanetti 14-1.526-12 6. HaengJik Kim 12-1.671-13 7. Sung-Won Choi 10-1.759-12 8. Dani Sánchez 10-1.732-12 9. Pedro Piedrabuena 10-1.546-11 10. Torbjörn Blomdahl 8-1.504-14 11. Hugo Patiño 6-1.376-15 12. Raymond Ceulemans 2-1.076-7.

Die Preisgelder inklusive der Sonderpreise (GD, BED, HS) 1. Frédéric Caudron, 155.000 dollar 2. Eddy Merckx, 100.000 3. Dick Jaspers 70.000 4. Semih Sayginer 60.000 5. Marco Zanetti, 45.000 6. HaengJik Kim, 45.000 7. Sung-Won Choi, 35.000 8. Dani Sánchez, 30.000 9. Pedro Piedrabuena, 26.000 10. Torbjörn Blomdahl, 23.000 11. Hugo Patiño, 19.000 12. Raymond Ceulemans, 15.000.

Läßt auch gern mal die Pfeile fliegen: BSV-Vize Marco Ravasi

Über 70 Jahre lang hat sich beim Billardsportverein Velbert alles in der Horizontalen abgespielt: Hier, auf den mit blauem Tuch bespannten Tischen, zeigen Weltklasse-Spieler wie Eddy Merckx ihr Können, hier tragen die aktiven Spieler des Clubs in sieben Klassen ihre Liga-Kämpfe aus und hier lassen die Billardfreunde tagein, tagaus die Kugeln rollen. Neun gepflegte Karambol-Tische – wohlgemerkt: ohne Löcher – stehen dafür zur Verfügung. Neuerdings fliegen im Clubheim Am Buschberg 11 aber auch Pfeile durch die Luft: Der Verein heißt Dart-Spieler herzlich willkommen.

„Wir wollen unser Angebot vor allem für junge Menschen attraktiver machen“, erklärt BSV-Vorsitzender Werner Klingberg, „Dart ist die absolute Trendsportart und immer wieder fragen bei uns Leute an, ob sie nicht auch Dart spielen können.“ Der Verein hat im eigenen Clubheim reichlich Platz, jetzt wurde im Vorstand beschlossen, das Sport-Angebot um den britischen Präzisionssport zu erweitern.

Zwei professionelle Dart-Boards hängen seit einigen Tagen im Clubheim, bei entsprechendem Zuspruch soll die Zahl der Scheiben erweitert werden. Gespielt werden kann bis auf Weiteres montags, mittwochs und freitags ab 17 Uhr. Das Spiel ist kostenlos, Dart-Pfeile stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung.

„Billard und Dart passen prima zusammen und sprechen auch ein ähnliches Publikum an“, sagt der 2. Vorsitzende des BSV, Marco Ravasi, „in beiden Sporttarten geht es um Konzentration, Präzision und eine ruhige Hand. Vielleicht wechselt der eine oder andere mal die Disziplin.“ Und die Sportler stören sich gegenseitig nicht, denn sowohl beim Billard als auch beim Dart geht es sehr ruhig zu, lediglich bei Wettkämpfen jubeln schon mal die Zuschauer.

Mittelfristig wünscht sich der BSV Velbert natürlich möglichst viele ernsthafte Dart-Spieler, die als eigene Abteilung des Vereins die regionalen oder auch überregionalen Dart-Ligen aufmischen. „Interessenten und auch Talente gibt es in Velbert genug, was fehlt, ist bislang nur ein Verein, der auch im Deutschen Dart-Verband organisiert ist, Turniere ausrichtet und in den Liga-Spielen antritt,“ erklärt Ravasi. Der gesamte BSV-Vorstand wird mit seiner Erfahrung im Vereinssport entsprechende Bestrebungen fördern und unterstützen.

Und für hochwertiges Spielmaterial und die entsprechende fachkundige Beratung hat der Verein einen Tipp parat: Vereinsmitglied Volker Simanowski, selbst seit 40 Jahren Billard-Bundesliga-spieler, betreibt in Essen einen gut sortierten Shop für Billard- und Dart-Zubehör – mit Sonderkonditionen für Vereinsspieler.

 
aus der WAZ:

VELBERT. Eddy Merckx, belgischer Weltklassespieler in Diensten des BSV Velbert, triumphiert in Südkorea und in den USA Als Mannschafts-Spieler ist er für die Billard-Asse des BSV Velbert Gold Wert. Mit seinen Siegen in den Spitzenspielen der vergangenen Saison trug Eddy Merckx maßgeblich zum Wiederaufstieg der Velberter in die erste Dreiband-Bundesliga bei. Aber auch als Solist trumpft der Belgier immer wieder zuverlässig auf. Der aktuelle Vize-Weltmeister in Velberter Reihen hat gerade mit großem Erfolg seine internationale Turnierserie gestartet.

Durchaus spektakulär ging es gleich beim Auftakt-Turnier des 3-CC-Masters zu, das dem Belgier eine kleine Weltreise bescherte. Gespielt wurde nämlich in Südkorea.

Das CC-Turnier zeichnet sich durch einen ebenso ungewöhnlichen, wie attraktiven Modus aus: „Es wird von 20 vorgegebenen Positionen aus gespielt, was durchaus gewöhnungsbedürftig ist: Verteidigung geht nicht“, erklärt der BSV-Vorsitzende Werner Klingberg.

Merckx meisterte die Herausforderung jedenfalls souverän und entschied das erste Masters-Turnier in Seoul für sich. Dabei spielte er in der Finalrunde mit 2,45 auch den besten Generaldurchschnitt und kassierte die Sieg-Prämie von 40.000 Dollar, für seinen Freund und Landsmann Leppens läpperte sich das Preisgeld auch schön zusammen, 20.000 Dollar gab es. Die beiden Drittplatzierten Tran und Tasdemir kassierten jeweils 15.000 Dollar.

Sanchez und Horn abgehängt

Nach Korea stehen zwei Top-Tutniere in den USA auf dem Terminplan des Belgiers. Das erste hat er gerade absolviert, es brachte gleich den zweiten Sieg. Beim Verhoeven Open im legendären Carom Cafe in New York bezwang Eddy Merckx den Spanier Daniel Sanchez klar mit 40 : 27 in 14 Aufnahmen und sicherte sich damit 8000 Dollar Preisgeld. Auf dem dritte Platz landeten der deutsche Top-Spieler Martin Horn und Eddy Leppens.

In den Vereinigten Staaten wird Eddy Merckx an diesem Wochenende auch sein drittes Turnier spielen – eine Weltklasse-Veranstaltung: Beim McCreery-Einladungsturnier in Long Island kämpfen zwölf Spieler — die sechs besten der Weltrangliste sowie sechs Wild-Card-Empfänger — um satte 608.000 Dollar Preisgeld. 150 000 allein für den Sieger. An die Tische gehen u.a. Weltmeister Fredric Caudron, Dick Jaspers, Marco Zanetti, Torben Blomdahl und Heang Jik Kim.